FÖRSTER UND JÄGER
AUS TRADITION

Versicherungsvertreter wäre nicht unbedingt sein Traumjob. Gut, dass Karl Mitterhauser Förster und Jäger geworden ist. Anders wäre es auch kaum denkbar. Seit zwölf Generationen pflegen die Mitterhausers Wälder und Wildbestände. Sogar von abenteuerlichen Hirschjagden mit dem österreichischen Kaiser Franz-Josef erzählen die Familien-Memoiren. Karl Mitterhauser ist dem Ruf der Tradition gefolgt. Seit über 30 Jahren ist auch er Förster und Jäger – mit Begeisterung.
MIT 50 JAHREN MACHE ICH MIR KEINE GROßEN SORGEN, WAS ICH TUN WÜRDE ODER ANDERES TUN KÖNNTE. MIR GEFÄLLT, WAS ICH TUE UND DAS MACHE ICH GERNE.
KARL MITTERHAUSER

DAS REVIER DES KARL MITTERHAUSER

Rund 8500 Hektar groß ist Karl Mitterhausers Revier. Es erstreckt sich im Westen Österreichs vom Talboden des Zillertals bis hinauf auf 3000 Meter Seehöhe. Aber die Berggipfel, die bewirtschaften sowieso die wilden Tiere, scherzt er. Früher gab es hier sechs Förster samt Forstverwaltung, heute kümmert sich Karl Mitterhauser praktisch alleine um Wald und Wild. Aber nur fast: die Alpenländische Dachsbracke „Bessy“ unterstützt ihr Herrchen wo sie kann.
ALSO IN SUMME BEWIRTSCHAFTE ICH RUND 8500 HEKTAR, DAVON 4500 HEKTAR WALD UND DER REST SIND BERGE UND ALMEN.
KARL MITTERHAUSER

DIE TÄGLICHE HOLZERNTE

Der Förster und Jäger schätzt es, in und mit der Natur zu arbeiten. Wir müssen aber auch Geld verdienen, erzählt er. Die Holzernte läuft deshalb täglich. Jeder hat ein Haus, jeder braucht Möbel, sagt Karl Mitterhauser. Er kontrolliert, dass das Schlagen und die Abfuhr des Holzes in die Fabriken reibungslos funktionieren. Und er kümmert sich um die Waldhygiene – schafft umgestürzte Bäume und Restholz aus dem Wald. Sonst vermehrt sich der Borkenkäfer und dann hat man ein großes Problem, erzählt Karl Mitterhauser.
ICH GLAUBE ALS FÖRSTER MUSS MAN SICH GUT ÜBERLEGEN, OB MAN ES WILL ODER NICHT. MAN BEKOMMT EIN IRRSINIG WICHTIGES GUT IN DIE HAND GEGEBEN UND DAS IST UNSERE NATUR.
KARL MITTERHAUSER
GATOR FEATURES
LEISTUNGSSTARKE SEILWINDE

DER JÄGER UND SEIN WILD

Zu den Aufgaben Karl Mitterhausers zählt auch die Jagd. Im Sommer wacht er über den Wildbestand, kommt der Schnee, kümmert er sich um die Fütterung der Tiere. Früher ist das Wild im Winter in wärmere Regionen gezogen. Heute hat der Tourismus und der Verkehr die Alpenpfade der Hirsche und Rehe abgeschnitten und das Wild muss den Winter über im kalten Westen des Landes bleiben. Liegen dann zwei Meter Schnee, wären die Tiere zum Sterben verurteilt. Darum füttern wir sie im Winter mit Heu, erzählt der Förster und Jäger.
GATOR FEATURES
VOLLSTÄNDIG ÖFFNENDE WINDSCHUTZSCHEIBE
DER BERUF IST EINE SEHR VIELSCHICHTIGE AUFGABE UND DER WIRD SICH IMMER WANDELN.
KARL MITTERHAUSER

EIN BERUF IM WANDEL

Im Revier des Karl Mitterhausers wird Holz produziert, Landwirtschaft betrieben, Almen werden bewirtschaftet und das Wild versorgt. Aber es gibt im österreichischen Zillertal auch den Tourismus, die Skigebiete und die Freizeitwirtschaft. Man muss immer schauen, dass man die ganzen Interessen, die es hier gibt, unter einen Hut bringt, sagt der Förster und Jäger. Das ist heute Teil seines Berufs – genauso wie die Auseinandersetzung mit neuen Technologien. Der Beruf wandelt sich ständig und man muss mit der Zeit gehen, sagt Karl Mitterhauser.
WIR GEHEN IMMER WIEDER MIT SCHULKLASSEN UND KINDERN IN DEN WALD. ES MACHT SPAß, JUNGE MENSCHEN FÜR DIE NATUR UND DIE UMWELT ZU SENSIBILISIEREN. DIE SIND DIE ZUKUNFT, DIE WIR HABEN.
KARL MITTERHAUSER

FÜR GENERATIONEN GEPFLANZT

Das Schönste an seinem Beruf ist für Karl Mitterhauser, wenn er nach der Holzernte wieder junge Bäume im Wald pflanzt: Fichten, Lerchen, Zirben und teilweise in den Niederungen Tannen. Wenn man sieht, dass man für die nächsten 150 Jahre wieder einen Grundstein gelegt hat, erzählt der Förster und Jäger, macht das schon ein bisschen ehrfürchtig. Und wer weiß: Setzt sich die Familientradition fort, werden vielleicht eines Tages die Ururenkel von Karl Mitterhauser jene Bäume fällen, die er heute pflanzt.